MAIK ROSS - DAS ROSS IM RADIO

Moderator - Produzent - Eventberater

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Im Jahr 2008 schrieb Maik Ross - DAS ROSS IM RADIO als Autor unter anderem für das Elvis-Fachmagazin "GOLDEN BOY ELVIS". In der Mai-Ausgabe erschien folgende Review zu einer Neuveröffentlichung:

Elvis auch 2008 in den Charts?

Neuer Remix für neue Generationen

- Eine Review von Maik Ross -

Nach „A little less conversation“ vom holländischen DJ und Produzenten JXL im Jahre 2002 und „Rubberneckin’“ von Paul Oakenfold aus London im Jahre 2003 (beide Singles erreichten in Deutschland Spitzenpositionen der Single-Charts) hat nun auch der italienische DJ, Produzent und Komponist SPANKOX als dritter DJ weltweit überhaupt die Erlaubnis erhalten, einen Elvis Klassiker zu remixen. 

Dass der King mit einer Neuauflage seiner Songs in einem völlig neuen Soundgewand auch eine neue Generation erreichen kann, zeigten bereits die ersten beiden vorbenannten Remixe. Beide stiegen nicht nur hoch in den Charts ein, hielten Einzug in deutschen Radiosendungen und regierten die Tanzflächen der Clubs. Sie waren auch Gesprächsthema und brachten Elvis zurück in die Gegenwart - und darüber hinaus brachten sie auch seine Musik, sein Lebenswerk und den Menschen Elvis Presley einer sehr jungen Generation näher. Ob dies auch der Hintergrund für SPANKOX im Jahr 2008 sein soll, ist fraglich. Fakt ist aber, dass er einen bereits mehr als 50 Jahre alten Elvis-Klassiker zur Hand nahm und ihn einen gänzlich neuen Sound verlieh. Dieser Sound wird wiederholt junge Menschen ansprechen, die in ihrem Leben noch nie etwas vom größten Entertainer aller Zeiten gehört haben. Der Name Elvis Presley ist zwar ein Begriff, seine Musik aber nur wenigen bekannt (mit Ausnahme einiger Klassiker vielleicht).

„Baby let’s play house“ erschien erstmals im April 1955 bei SUN RECORDS mit der Nummer „SUN 217“. Geschrieben wurde der Song von Arthur Gunter. In den Charts hat er sich nie platziert.

Das will SPANKOX, der mit bürgerlichem Namen Agostino Carollo heißt, jetzt ändern. Und er hat es bereits geschafft. In Italien befand sich die Remix-Version von „Baby let’s play house“ für 7 Wochen auf Platz 1. Am 23. Mai 2008 erschien die Single hier in Deutschland.

Für den eingefleischten Elvis-Fan und Musikexperten mag diese neue Version ein absolutes Dorn im Ohr sein. Erst beim mehrmaligen Hinhören, entwickelt sich eine Art „Der gefällt mir, da muss ich mit. Der geht in die Beine. Den brauche ich unbedingt in meiner Sammlung!“. Der Produzent SPANKOX hat es sich in seiner Arbeit aber ziemlich einfach gemacht: Er nahm den Original-Song von 1955 und mischte ausschließlich elektronische Beats und Sphären-Sequenzen dazu. Insgesamt ist so eine völlig neue Mischung aus Rockabilly und modernem „Dance-Trance“ entstanden. Nun mag es Elvis-Kenner geben, die diesem Song sofort das Prädikat „besonders verbockt“ aufdrücken wollen. Aber immerhin hat es dieser Song allein schon in Italien in die Charts geschafft – und sich 7 Wochen auf der 1 gehalten.

Auch die ELVIS PRESLEY ENTERPRISES, Inc. in Memphis/Tennessee ist äußerst angetan von der aktuellen Version. „Zuerst sind wir immer sehr zurückhaltend, was Veränderungen von original Elvis-Presley-Aufnahmen angeht, aber diese phantastische SPANKOX-Re:Version hat uns förmlich umgehauen“, betonte Gary Hovey (Executive Vice President von EPE) und fuhr fort: „Elvis Presley ist eine großartige und konstante Quelle der Inspiration für die Kreativität anderer Künstler, und dies ist ein ganz hervorragendes Beispiel dafür.“

Die Single „Baby let’s play house – THE RE:VERSION“ von SPANKOX birgt neben einem Radio Edit auch eine Extended Version, zudem das Original von Elvis, einen Handy-Klingelton und das Video zum Remix.

Fazit: Der neue Remix ist gewöhnungsbedürftig für die Ohren eines echten Elvis-Fans, öffnet einem völlig neuen Publikum aber jede Tür und lässt vor allem Elvis auch 31 Jahre nach seinem Tod in der Gegenwart einen Platz einnehmen. Ob „Baby let’s play house – THE RE:VERSION“ auch in die Fußstapfen von „A little less conversation“ und „Rubberneckin“ treten kann und so auch über die nächsten Jahre hinaus einen Platz in deutschen Radiosendungen oder gar in den Clubs einnehmen kann, bleibt hierzulande abzuwarten. 

  

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